Natürlich werde ich im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder nach Anlageempfehlungen gefragt. Ich gebe diese nicht. Es ist zu frustrierend.
Warum?
Ich handle primär unter- oder überbewertete Assets. Oder trade Unterstützungen & Widerstände. Oft handle ich gegen die Meinung der Mehrheit. Wenn Du mich z.B. nach meiner Meinung zu einer Anlageidee fragst, die Dir Dein Nachbar/Dein Bankberater/Dein Haustier kürzlich genannt hatte, kann es sein, dass ich Dich nicht darin bestärke. Das birgt Konflikte. Es ist nunmal so: Im Supermarkt stürzen sich alle auf das Schnäppchen. Aber an der Börse kaufen (fast) alle erst, wenn es teuer geworden ist. Ich habe gelernt das zu akzeptieren – aber auch keine Lust mehr, es im Freundes- und Bekanntenkreis mit anzusehen.
Zudem schätze ich meine Unabhängigkeit: Es kann immer passieren, dass sich die Faktenlage ändert. Dann ändere ich meine Meinung, realisiere auch Verluste – und ändere meine Strategie. Manchmal um 180 Grad.
Falls Du nur hier bist um einfach meinen Trades zu folgen: Ich veröffentliche diese schon lange nicht mehr. Das gesamte rechtliche Rahmenwerk wurde mir zu kompliziert. Und die Aufsichtsbehörden – insbesondere die BaFin* – stellen immer abstrusere Forderungen.
*Das ist die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die enorm viel Resourcen darauf verwendet, dass z.B. jemand wie ich hier keine Anlageempfehlungen gibt. Dadurch bleibt & blieb natürlich keine Zeit, trotz früher Hinweise bei Fällen wie Wirecard, P&R Container, Greensill Bank, Prokon-Windkraftanlagen usw. usw. zu warnen. Anleger verloren dadurch meist ihr gesamtes Kapital. Selbst bei Prokon (und vielen andere), die im TV zur besten Sendezeit Werbung für ihre als Anleihen getarnten Genussrechte machten, war die BaFin überfordert. Ich möchte zur Entlastung dieser Behörde beitragen und gebe hier nur noch Allgemeines von mir.
Und falls Du überlegst, stattdessen einem bestimmten Autor oder Finanz-Influencer zu folgen – bedenke:
Wer wirklich traden kann, verdient sein Geld nicht mit Bücherschreiben.
Auch nicht mit Seminaren.
Er tradet einfach.
Dafür liste ich hier die wichtigsten Fähigkeiten:
1) Die richtige Denkweise erlernen, statt Tipps nachzujagen
Viele Anfänger suchen nach:
🍰 dem perfekten Ein- und Ausstieg
🍰 dem nächsten großen „Hot Pick“
Das funktioniert nicht. Trading ist kein schneller einfacher Weg zum Reichtum – es ist ein Prozess.
2) Risiken eingehen – aber kalkuliert
🔴 Anfänger reden über ihre Gewinne.
🟢 Profis reden zuerst über ihre Verluste.
Ein paar gewinnbringende Trades machen Dich noch nicht dauerhaft erfolgreich. Der richtige Umgang mit Risiken und Verlusten schon.
3) System schlägt Intuition
Intuition ist nett. Trading-Systematik macht dich beständig.
Meinungen sind laut.
Fakten entscheidend.
4) Vorausdenken statt Nachlaufen
Die aktuellen Nachrichten sind eingepreist — sie zeigen Dir keine Strategie.
Was zählt:
✔️ Der Chart
✔️ Intermarket-Zusammenhänge
✔️ Sentiment
✔️All das, was hinter(!) der Schlagzeile steckt
Nicht:
❌ „Analyst sagt…“
❌ „Der TV – Experte glaubt….“
❌ „Heute könnte….“
❌ „Meine Katze meint….“
Wenn du nur auf Nachrichten reagierst, bist du immer einen Schritt hinten nach.
5) Diversifikation ist ein Werkzeug – kein Schutzschild
Zu viel Streuung führt zu Mittelmass.
Die Frage ist nicht:
„Wie breit bin ich aufgestellt?“
Sondern:
„Verstehe ich, warum ich diese Position halte?“
Kontrolle schlägt blindes Streuen.
Stefan Laxhuber
All dies ist meine ganz persönliche Sicht. Die falsch sein kann. Ich verfüge weder über eine Glaskugel noch über den Stein der Weisen. Auch gibt es erfolgreiche Trader & Investoren, die ganz anders vorgehen als ich.