BitCoin


2011 begann ich in Bitcoin zu investieren. Über Börsen wie Mt.Gox in Japan, Bitcoin24 via Zahlung auf ein polnisches Bankkonto und später Bitcoin.de. Die ersten beiden existieren längst nicht mehr. Zum Glück hielt ich mich schon damals an den wichtigsten Grundsatz:

„Not your keys, not your coins.“

2015 begann ich zusätzlich mit Altcoins zu traden.

Mir gefiel die Idee von Satoshi Nakamoto

Freies Geld ohne Zentralbank, ohne politische Willkür, und ohne die Möglichkeit, beliebig neue Einheiten aus dem Nichts zu schaffen. Nicht blockierbar, nicht beliebig manipulierbar und trotzdem über die Blockchain nachvollziehbar. Bitcoin konnte ein Ausweg aus dem Schulden-Tsunami und seinen Folgen für unser Erspartes sein.

Für mich war Bitcoin deshalb nie einfach nur ein Spekulationsobjekt.

Es war eine Idee. Eine ziemlich revolutionäre sogar.

Freies & faires Geld für eine freie & faire kapitalistische Gesellschaft!

Dann kam die Realität

Als Zahlungssystem spielt Bitcoin bis heute kaum eine Rolle. Dabei gibt es mit Lightning & Co. längst technische Ansätze, die schnelle und günstige Zahlungen ermöglichen.

Stattdessen haben die Dumpfbacken übernommen.

Sorry, aber anders kann ich viele dieser selbsternannten Bitcoin-Gurus und ihre jubelnden Follower auf YouTube & Co. nicht nennen.

Und als schliesslich die ersten Bitcoin-ETFs an die Wall Street kamen, wurde auch das noch als großer Triumph gefeiert.

Ernsthaft?

War es wirklich Satoshis Vision, Bitcoin am Ende bei BlackRock, Fidelity & Co. im Wertpapierdepot zu halten?

Aus der Revolte gegen das Finanzsystem wurde ein börsengehandeltes Spekulationsobjekt desselben Finanzsystems.

Wall Street musste Bitcoin nicht besiegen. Sie musste es nur umarmen.


PERSÖNLICHES

2011 kaufte ich meine ersten Bitcoin zu aus heutiger Sicht absurden Kursen von etwa 1 bis 2 US-Dollar.

Beim ersten 1.000-Prozenter, also ungefähr zwischen 10 und 20 Dollar, verkaufte ich einen Teil. Dachte, ich realisiere mal Gewinne. Uups. Also kaufte ich später bei rund 100 Dollar und nochmal bei 1.000 wieder zurück. Uuuiuiui!

Ich dachte:

Da geht was. Da ist eine Gesellschaft, die es echt kapiert hat. Gut: Die Mehrheit hat das natürlich nicht, die Mehrheit unterlag auch damals schon dem betreuten Denken und blökte brav & folgsam „Schneeballsystem“ oder „nur für Kriminelle“ etc. Aber der kleine Rest – der hatte doch verstanden dass wir endlich ein anderes Geldsystem brauchen! Damit der Kapitalismus fairer wird.

Wie falsch ich lag: Nur wenige aus diesem verbliebenen kleinen Rest hatten wirklich verstanden, worum es geht.

Heute bin ich nicht mehr investiert. Bis auf ein paar wenige Erinnerungs-Coin habe ich ab 100.000 $ je Bitcoin alles verkauft.

Nicht, weil ich plötzlich Vertrauen in unser Fiat-Geldsystem hätte. Eher im Gegenteil.

Mir ist schlicht zu viel dummes Geld in Bitcoin investiert.

Wenn jeder „Kaufen!“ schreit, nur noch abstrusere Kursziele herumgereicht werden und gleichzeitig kaum jemand Bitcoin tatsächlich benutzt, geschweige denn wirklich versteht werde ich skeptisch.

Ein steigender Preis beweist noch lange nicht, dass eine Idee erfolgreich war. Manchmal beweist er nur, dass genügend Menschen auf einen weiter steigenden Preis wetten.

Ich bin deshalb draußen.

Ich habe BitCoin bei 1$, bei 100$ und auch noch bei 1.000$ gekauft. Da hatte so mancher der brüllenden Dumpfbacken noch Windeln um. Und wenn sich Sentiment oder tatsächliche Nutzung ändern, ändere auch ich meine Meinung. Nichts hindert mich daran, wieder in BTC einzusteigen. Wenn ich erkennen sollte, dass ich falsch liege, ändere ich meine Meinung und meine Strategie.

Ich bin Investor. Kein Mitglied einer Glaubensgemeinschaft.

Stefan Laxhuber

⇚ Frontier Markets

Sentimentanalyse ⇛