Mein Blogpost über das langsame Ende der USD-Hegemonie wäre unvollständig, wenn ich mich dort tatsächlich nur mit Gold beschäftigen würde und Bitcoin weiterhin stiefmütterlich, beinahe schon verächtlich am Rande erwähne.
Schliesslich hatte ich einst grosse Hoffnungen in Bitcoin gesetzt. So grosse, dass Bitcoin auf ostinvestor.com sogar eine fest im Menü verankerte eigene Seite bekommen hat und nicht nur irgendeinen Blogpost, der nach ein paar Monaten langsam in der Versenkung verschwindet.
Um es gleich vorwegzunehmen:
Noch sehe ich beim Bitcoin keinen wirklichen Wendepunkt.
Meine grundsätzliche Einschätzung hat sich bislang nicht geändert. Es gilt weiterhin das, was ich [hier] geschrieben habe.
Aber:
Wenn ich über das langsame Ende der USD-Hegemonie, über Gold und über die zunehmende Skepsis gegenüber staatlichen Fiat-Währungen schreibe, kann ich Bitcoin nicht einfach ausblenden. Dafür war Bitcoin in meiner eigenen Investmentgeschichte viel zu bedeutend.
Um das Bild zu komplettieren, fehlt deshalb vor allem der direkte Vergleich mit Gold.
Im Beitrag über die USD-Hegemonie hatte ich Gold ins Verhältnis zur amerikanischen Geldmenge M2 gesetzt. Genau denselben Vergleich habe ich nun auch für Bitcoin erstellt:
Bitcoin im Verhältnis zur US-Geldmenge M2:
Der Chart ist bemerkenswert. Aber er ist für mich noch kein Beweis für einen neuen Bitcoin-Zyklus und schon gar kein Grund, meine bisherige Einschätzung über Bord zu werfen.
Danksagung
Die Information über meinen Kauf von Bitcoin war im Jahr 2011 mein letzter Eintrag zu einem Investment auf der alten Website ostinvestor.com.
Und an dieser Stelle muss ich mich bedanken.
Bei allen. Wirklich allen, die sich damals so massiv darüber mokierten, was denn in mich gefahren sei, solch wirres Zeug zum Kauf zu empfehlen.
Denn genau diese Reaktionen lieferten mir etwas, das heute eines meiner profitabelsten Instrumente an den Finanzmärkten ist:
Sentimentanalyse
Mein Instrumentarium zur [Sentimentanalyse] war damals noch nicht annähernd so ausgefeilt wie heute. Aber schon damals galt für mich: Wenn praktisch jeder eine Investmentidee für vollkommen verrückt hält, werde ich aufmerksam.
Die damalige Häme war deshalb ein zusätzlicher Ansporn, noch etwas mehr Bitcoin zu kaufen.
Leider trotzdem viel zu wenig.
Es blieb Spielgeld. Auch bei mir war die Skepsis gross genug, um nicht wirklich bedeutendes Kapital einzusetzen.
Im Nachhinein kann man sich darüber ärgern. Das wäre allerdings ungefähr so intelligent wie sich darüber zu ärgern, 2011 nicht das gesamte Vermögen in Bitcoin gesteckt zu haben. Hinterher waren selbstverständlich alle Kursverläufe vorhersehbar. Vorher erstaunlicherweise nicht.
Aber eines bleibt:
Ich wäre heute finanziell nicht dort, wo ich bin, hätte es die extremen Kritiker damals nicht gegeben.
Dafür ganz ernsthaft:
DANKE!


